Eine Woche Polen

05. Mrz 2005

Nun ist es schon Samstag Abend.
Samstag Abend vor einer Woche war ich gerade in Wrocław angekommen, hatte meine Koffer ausgepackt und mich gefragt, wie es wohl werden wird.

Nun ist eine Woche rum, und ich möchte mal kurz berichten, was sich so alles getan hat:

Zunächst einmal habe ich natürlich etliche Leute kennen gelernt – aus der Gemeinde (Wolchnych Chrześcijan: entspricht in Deutschland den Brüdergemeinden) und natürlich auch aus dem BST.
So war ich am Dienstag in einem Hauskreis in Opole (eine Stadt mit ca. 100000 Einwohner und einer lebendigen Pfingstgemeinde, einer leider nicht mehr so lebendigen Freien Gemeinde und einer anderen kleinen Gruppe, die noch etwas anders denominationell orientiert sind).
Wie ich es schon mal geschrieben habe, sind das hauptsächlich Leute, die hier in Wrocław zum Glauben gekommen sind oder längere Zeit hier waren und nun aus verschiedenen Gründen in Opole sind. Die meisten noch sehr jung im Glauben.

Dann am Donnerstag habe ich an einer Kleingruppe teilgenommen, die sich zur Zeit mit der Frage: Mann und Frau in der Bibel beschäftigt. [Leider kam ich wegen einer nur im Plan aber nicht real vorhandenen Haltestelle etwas zu spät; war aber nicht weiter wild, einige andere kamen noch später ;-)].
War auch ganz gut, habe halt wieder einige Leute kennen gelernt – und sie mich.

Gestern, Freitag, habe ich meinen ersten „Dienst“ gehabt: eine Jugendstunde über Hinduismus. Sozusagen was leichtes für den Anfang *g*
Ca 8 – 10 Leute, hauptsächlich Studenten. [Da die Gemeinde gerade keine eigenen Räume hat, war das Jugendtreffen in einer christlichen Grundschule hier in Wrocław.]
Habe mich ein wenig verschätzt. Eigentlich ging ich davon aus, dass die Leute schon so grob Ahnung haben, was den Hinduismus ausmacht: „Brahman“ als „Weltseele“ und „Atman“ als „Einzelseele“, die ganze Welt nur Illusion und so halt.
War aber leider nicht der Fall, ich brauchte also manchmal etwas länger, um es klar zu machen. Erschwerend kommt hinzu, dass selbst die Bücher sich nicht einig waren, die ich benutzt habe. [und dass es im Hinduismus nun mal tausend verschiedener Religionsphilosophischen Schulen und Systeme gibt, die das alles etwas andes sehen (wenn mir noch einer sagt, dass die Christen total komisch sind, weil es so viele verschiedene Strömungen gibt, dann lach ich ihn aus {von wegen Postmodern – die Hindus scheinen Postmoderne erfunden zu haben – zumindest in diesem Punkt})]
War ansonsten ganz gut, denke ich.
Die nächste Jugenstunde, die ich halten werde – in zwei Wochen über den Islam – will ich dann etwas besser vorbereiten, vor allem in Hinsicht darauf, dass Polen ein religiös und auch ethnisch sehr homogenes Land ist.
Zu diesem Thema schreib ich gleich noch mehr in einem eigenem Posting. Sonst wird das her viel zu lang.

Heute dann war ich bei einem Männer-Treffen [*Harr, Harr*], bei dem aber hauptsächlich auch jüngere Männer dabei waren.
Wir haben über das Verhältnis „Mann – Mutter“ gesprochen. War ganz cool, vor allem, weil die Leute relativ offen waren, ohne Seelenstriptease zu veranstalten.

Von den Studenten des BST habe ich noch nicht so viele kennengelernt. Liegt zum Teil daran, dass ich noch sehr wenig in den Vorlesungen dabei war – werde ich ab Montag verstärkt machen. Zum anderen Teil aber, dass es hier keine gemeinsamen Mahlzeiten oder so gibt, sodass sich wenige Punkte ergeben, bei denen man natürlicherweise ins Gespräch kommt.
Unter anderem deshalb werde ich morgen für alle Studenten hier Pizza backen (keine Angst, es sind nur ca 25 und kommen nur ca 15), um so mal mehr oder weniger alle zusammenzuhaben und sie einfach mal ansprechen zu können.
Finde so etwas einfach viel angenehmer als jeden auf dem Flur nach seiner Lebensgeschichte zu fragen.

Nun noch ein paar Sätze zu meiner Hauptaufgabe hier: das Vorbereiten und Halten einer Stunde aus dem Bereich Anthropologie, konkreter die Frage: Ist der Mensch aus Seele/Geist und Leib (also zwei Teile), aus Seele und Geist und Leib (also drei Teile) oder nur aus einem Teil: Seele, Leib, Geist wären also nur verschiedene Begriffe für ein und das selbe.
War etwas erstaunt, dass wohl in Amerika (und Polen ist in der Theologie – und nicht nur hier – näher an den Staaten als an Deutschland) auch bzw. sogar vor allem in den Evangelikalen Kreisen der Monismus ziemlich weit verbreitet ist.
Heißt: Der Mensch ist nur Materie. Es gibt keine immatterielle Seele/Geist. Naja, damit muss ich leben und nun sehen, wie ich das in der Stunde verarbeite.
Wer also ein Gebetsanliegen sucht, dem kann ich das schon mal nennen: Bete bitte mit dafür, dass ich es schaffe die Biblischen Stellen für bzw. gegen die einzelnen Positionen gut herauszuarbeiten, und auch, dass es mir gelingt, sie den Studenten gut zu präsentieren.

Morgen ist also Sonntag, morgens Gottesdienst, mittags werde ich dann evtl. irgendwohin eingeladen (machen die hier jeden Sonntag so, dass man sich spontan gegenseitig einlädt – finde ich im Übrigen voll cool) und dann abends Pizzabacken und essen mit den Studenten.
Wird sicher cool.

Also, ich hoffe, ihr habt einen guen Einblick bekommen, was mich so beschäftigt, und wünsche Euch einen erholsamen Sonntag.

Markus
<><

Eine Antwort to “Eine Woche Polen”

  1. Johanna Says:

    Hallo Markus,

    ich habe deinen Eintrag zu Opole teils gelesen und habe eine Frage an Dich.
    Vorab: Ich bin auch seit 7 Jahren Christin in einer freien evangelischen Gemeinde des BFP und liebe Jesus sehr.
    Meine Familie wohnt zum großen Teil in Polen und ich bete dafür, dass sie zum lebendigen Glauben kommen und auch dass eine Revolution in diesem Dorf geschieht. Am Sonntag fahre ich für eine Woche nach Ozimek in Opole, Polen.

    Hast du vll eine Kontaktadresse einer Gemeinde oder von einer oder mehrerer Personen für mich,
    weil ich dort eine lebendige Gemeinde besuchen möchte,
    um sie an meine Familienangehörigen weiterzuempfehlen.
    Über eine baldige Antwort würde ich mich sehr freuen!!

    Liebe Grüße
    Johanna


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