was wir (hoffentlich) aus der Geschichte lernen

07. Sep 2005

Ich lese gerade das Buch „This little Church went do Market“ von Gray E. Gilley. Ich stimme ihm in einigen Punkten zu, in anderen nicht (wie das so ist bei Büchern). Insgesamt muss ich aber sagen, dass mir seine Argumentation nicht gefällt – nicht weil mir die Ergebnissen nicht passen, sondern weil sie zu flach ist. Vielleicht hätte er Carsons „Exegetical Fallacies“ lesen sollen.
Er spricht von „entweder-oder“-Entscheidungen, wo man auch „sowohl als auch“ sagen kann. Er unterscheidet nicht sauber, worüber er redet. Wenn er über Psychologie redet, redet er eigentlich über Humanismus oder über humanistische Psychologie (Humanismus ist eine Weltanschauung, Psychologie ist eine Wissenschaft).

Doch einen Gedenken habe ich gerade gehabt, den ich wichtig finde und mit den anderen Theologen und Nicht-Theologen hier teilen will.

Wir müssen aufpassen, wenn wir die Menschen erreichen wollen und dabei auch ihre Sprache benutzen, dass wir nicht den selben Fehler begehen, den die Kirchenväter begangen haben. Sie wollten die Intellektuellen und Philosophen erreichen und sie haben über Gott und Jesus mit den Vokabeln ihrer Zeit gesprochen. Sie haben von Logos und Weisheit gesprochen.
Doch das Erbe dieser Zeit war – neben vielleicht einigen, vielleicht sogar vielen bekehrten Intellektuellen – eine verdrehte Philosophie, allegorische Auslegung etc. pp, die die (katholische) Kirche von für Hunderte, Tausende von Jahren bestimmt hat.

Wir müssen darum aufpassen, dass wir nicht den selber Fehler begehen.
Wenn wir – weil die Menschen oft darüber reden – psychologische Vokabeln benutzen (was, ich denke, legitim ist), dann müssen wir klar machen, dass humanistische Psychologie (und die meiste Psychologie ist humanistisch) nicht mit der Bibel vereinbar ist. Denn die Menschen hören diese psychologischen Vokabeln und assoziieren sie mit der (humanistischen) Psychologie.
Sie werden darum auch die Inhalte assoziieren. Wenn wir also diese Vokabeln benutzen, müssen wir klar machen, dass die Inhalte nicht kompatibel sind. Kommunikation ist ja schließlich das, was verstanden wird, nicht das was wir wollen, dass verstanden wird.
Wenn wir also – der Kommunikation wegen – auf Kanaanäisch verzichten, dann müssen wir auch auf (einige?) psychologische Vokabeln und Illustration verzichten, damit wir die Leute nicht verwirren mit dem, was wir sagen. Wir wissen ja, was wir sagen wollen und wie wir es verstehen, doch – wissen es unsere Zuhörer auch?

Markus
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2 Antworten to “was wir (hoffentlich) aus der Geschichte lernen”

  1. bpb Says:

    Wenn du weißt was du sagst, weißt du mir als der, der nicht weiß was er sagt.😉

    Ich glaube zu wissen, was du sagen willst und stimme dem zu!

  2. kairos Says:

    danke danke😉

    hattest du deinen philosophischen?

    grüße nach Österreich


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