wenn ich nicht würdig bin?

09. Mrz 2006

Luther über die Frage, wann bzw. ob man lieber vom Abendmahl wegbleiben solle, wenn man sich nicht würdig fühlt:

Sprichst du aber: Wie denn, wenn ich fühle, dass ich nicht geschickt [würdig] bin? Antwort: Das ist meine Anfechtung auch, sonderlich aus dem alten Wesen her unter dem Papst, da man sich so zermartert hat, dass man ganz rein wäre und Gott kein Tädlein an uns fände; davon wir so schüchtern davor geworden sind, dass flugs sich jedermann entsetzt und gesagt hat: weh, du bist nicht würdig. Denn da hebt Natur und Vernunft an zu rechnen unsere Unwürdigkeit gegen das große, teuere Gut, da findet sichs denn als eine finstere Laterne gegen die lichte Sonne oder Mist gegen Edelsteine, und weil sie solches sieht, will sie nicht hinan und harrt, bis sie geschickt [würdig] werde, so lange, dass eine Woche die andere und ein halbes Jahr das andere bringt. Aber wenn du das willst ansehen, wie fromm und rein du seist, und darnach arbeiten, dass dich nichts beiße, so musst du nimmermehr hinzukommen.

Derhalben soll man hier die Leute unterscheiden. Denn was freche und wilde sind, denen soll man sagen, dass sie davonbleiben; denn sie sind nicht geschickt [würdig], Vergebung der Sünde zu empfangen, als die sie nicht begehren und ungern wollten fromm sein. Die andern aber, so nicht solche rohe und lose Leute sind und gern fromm wären, sollen sich nicht davon [ab]sondern, ob sie gleich sonst schwach und gebrechlich sind.

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