Bin schon da

27. Feb 2005

Als erstes: ja ich bin gut angekommen, die Reise war nicht zu schlimm – obwohl wir ein wenig Schneefall zwischendurch hatten.
Hier (in Breslau – Wrocław) liegen ca 20cm Schnee – und es ist knackig kalt. Aber zumindest war es heute schön sonnig.
Heute im Gottesdienst habe ich mich schon mal vorgestellt und erzählt, was ich so mache – bin gespannt, ob ich in den (nur) vier Wochen die Leute wohl einigermassen kennen lernen kann.
Morgen werde ich mich im Senat des BST vorstellen und werde von dem Kollegium begrüßt. Bin schon gespannt. Bisher kennen ich eigentlich nur einen: Andres Hahn.

Wie ihr seht: es fängt (langsam) an – und so langsam habe ich auch wirklich das Gefuehl, im Praktikum zu sein.

Markus

Schaut mal auf www.feierabend-giessen.de rein. Die Seite ist endlich online (auch wenn noch nicht alles da ist [z.b. die Bilder kommen erst noch]).

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Koffer sind gepackt

24. Feb 2005

So langsam muss ich die Kiste ausschalten. Das meiste ist gepackt. Die innerere Nervosität steigt lagnsam aber sicher. Noch ne halbe Stunde dann geht’s los.
Zuerst zu meinen Eltern nach Bad Wildungen und dann am Samstag nach Breslau, ans BST.

Vier Wochen Praktikum (nebenbei meine Proseminararbeit schreiben). Zur Hälfte am Seminar und zur Hälfte in einer Gemeinde vor Ort.
Bin gespannt wie es wird und werde mich melden, sobald ich dort wieder auf Leine bin.

GFS

Markus
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Religionsfrei-heit

24. Feb 2005

So beim Nachdenken über verschieden Sachen, die in letzter Zeit abgelaufen sind – entweder persönlich oder auf höherer Ebene (politisch, gesellschaftlich), kam mir die Frage auf, ob in Deutschland bzw. in West-Europa Religionsfreiheit mit Religionsfrei verwechselt wird.

Religionsfreiheit heißt ja eigentlich, dass jeder seine Religion ausüben darf, solange er nicht die Freiheiten der anderen Mensche verletzt (wenn ich meine, dass Menschenopfer zu meiner Religion dazugehören, dann ist das nicht mehr erlaubt, nur so als Bsp.).
Doch – so mein Eindruck, aber vielleicht täusche ich mich ja – viele Menschen in Westeuropa verstehen darunter, dass Religion praktisch gesehen gar nicht mehr ausgeübt werden darf. Auf jeden Fall nicht in der Öffentlichkeit. Was du zu Hause machst, geht ja keinen was an, aber wehe, du äußerst dich irgendwie öffentlich.

Da sagt ein Europa-Abgeordneter, dass für ihn Homosexualität Sünde ist, und dann gibt’s gleich einen auf den Deckel – Ich dachte, wir hätten Religionsfreiheit?

Oder – um etwas aus der persönlichen Erfahrung zu berichten: Auf dem Gymnasium durfte jeder Einladungen zu sonstwelchen Veranstaltungen auslegen. Nur wenn es religiös wurde, dann nicht. Die Schule ist halt ein Religionsfreier Raum.

Als vor ca. einem Jahr der Film: „Passion“ in die Kinos kam, habe ich in einem Artikel gelesen, dass es die Leute sehr stört und irritiert, dass in einem FILM jemand (in dem Fall der Regisseur) seinen Glauben ganz unverhohlen zur Schau stellt. Einfach so!

Das im Übrigen stört auch viele Deutsche an Bush und seinen Leuten (Nein, ich finde nicht alles gut, was er macht, aber darum geht es jetzt nicht).
Viele Deutsche stört es, dass er ganz offen sagt, er sei Christ, und dass er seine Politik danach ausrichtet: siehe Themen wie Abtreibung, Homsexualität etc. Wäre (nur so nebenbei bemerkt) gut, wenn er das auch in Puncto Umweltschutz etc. auch täte. Ist aber wie gesagt ein anderes Thema

Oder als letzen Punkt: (da die FTA gerade mitten in der Akkreditierungsphase ist) du kannst alles in der Wissenschaft (oder genauer: in der Theologie) behaupten. Nur wehe, du bekennst dich dazu, die Bibel sei Gottes Wort. Dann ist’s aus und vorbei. Dann bist du kein Wissenschaftler mehr – Theologie als Religionsfreier Raum?

Andererseits, das will ich auch noch abschließend hinzufügen, gibt es schon die ersten Anzeichen, dass es langsam eine Gegenbewegung gibt. Doch im Großen und Ganzen ist die Interpretation des Wortes „Religionsfreiheit“ im Sinne von „Religionsfrei-heit“ weit verbreitet.

Markus
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Auch auf die Gefahr hin, demnächst als Antisemit hingestellt zu werden, möchte ich meiner Wut Luft verschaffen.

Wie du vielleicht mitbekommen hast, will der Papst sein nächstes Buch veröffentlichen – sein fünftes schon (oder erst?). Darin kommt der Papst unter anderem auf das Thema Abtreibung zu sprechen und zwar – ja das hatten wir doch erst vor kurzem – im Vergleich zum Holocaust.
Der Holocaust habe nach dem Sturz der Nazis aufgehört [Gott sei Dank], „Was jedoch fortdauert, ist die legale Vernichtung gezeugter, aber noch ungeborener Wesen.“ Und dann weiter: „Parlamente, die solche Gesetze schaffen und verkünden, müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie ihre Machtbefugnisse überschreiten und in einem offenen Konflikt mit dem Gesetz Gottes und dem Gesetz der Natur verharren.“
Amen, kann ich nur sagen.

So, wie nun nicht anders zu erwarten war, meldet sich Paul Spiegel zu Wort. Diese Aussagen des Papstes seien antisemitisch oder zumindest nicht angebracht. Soweit so gut. Das ist seine Meinung, und die darf er äußern. Doch was mir eindeutig gegen den Wecker geht ist die folgende Aussage von ihm: Es gäbe nämlich einen „gewaltigen Unterschied zwischen einem fabrikmäßigen Völkermord und dem, was Frauen mit ihrem Körper tun“.

Bitte?!?!? Ich dachte, ich lese nicht richtig: „was Frauen mit ihrem Körper tun“? Seit wann sind die Embryos ein TEIL des Frauenkörpers. Ich glaube es hackt! Ob er wohl auch so gedacht hätte, wenn seine Mutter ihn hätte abtreiben wollen? Wohl kaum.
Ich will nicht beleidigend werden, aber dieses Statement von ihm ist unter aller Kanone.

Mit allem Respekt und Verständnis dafür, dass Herr Spiegel nicht will, dass man den Holocaust als ein normales Ereignis in der Geschichte darstellt. Nein, das war es nicht, es war einmalig – sowohl vom Ausmaß her als auch von der Überheblichkeit der Täter zu meinen, man habe das Recht ein ganzes Volk auslöschen zu dürfen. Dies darf nicht vergessen werden. Und wenn der Zentralrat der Juden dieses immer wieder ins (vor allem deutsche) Gedächtnis ruft, dann ist das völlig legitim und richtig.
Aber wenn er den inzwischen auch schon millionenfachen Mord an Ungeborenen mit den Worten abtut: das sei etwas, was Frauen mit ihrem Körper tun – dann zeugt das von leichtem Realitätsverlust.

Der andere, der mich in diesem Zusammenhang aufregt ist unser Freund Westerwelle. „Wer wie die katholische Kirche Verhütung verdammt, hat kein Recht, Frauen in Not zu kriminalisieren“, sagte Westerwelle.
Recht hat er, dass das Verbot von Verhütungsmittel nicht gerade vernünftig und richtig ist. Aber zu meinen, dass der Hauptgrund für Abtreibungen sei, dass Frauen in Not seien – medizinisch oder wegen Vergewaltigung – heißt: die Augen vor der Realität zu verschließen.

Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, dass im letzten Jahr:
3 421 (2,7%) Abtreibungen aus medizinischen Gründen stattgefunden haben, 26 (0,0%) aus ethischen (kriminologischen) Gründen und 124 583 (97,3%) Abtreibungen als Folge der Beratungsregelung. Vielleicht noch zu ergänzen, dass es insgesamt 45% verheiratete Frauen waren.
Ich will nicht abstreiten, dass davon wirklich einige in großen Problemen waren/sind. Aber mit der „Not der Frauen“ die Abtreibungen in dem Maße, wie sie bei uns stattfinden rechtfertigen zu wollen, ist leicht daneben.
Denn drehen wir’s und wenden wie wir wollen: es bleibt Mord. Und Mord damit rechtfertigen zu wollen, dass die Mutter finanziell oder sozial nicht gerade rosig dasteht ist ein bisschen schwach. Schließlich darf ich ja auch meine Großeltern nicht abknallen, nur weil ich mir dann ein bisschen Geld sparen könnte.

Mann, wir leben in einer verrückten Welt.

Schönen Tach noch

Markus
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schon wieder ein Tag vorbei.

Habe so ziemlich alles geschaft, was ich wollte. Auch wenn’s ruhig hätte mehr sein können. Naja, ich glaube, das ist immer so.

Aber eine Sache ist mir heute durch den Kopf gegangen, als ich einen Artikel von Daniel Hill gelesen habe.
Er beschreibt darin, dass er – bei Starbuck’s arbeitend – festgestellt hat, dass die Menschen heute oft post-christianisiert sind. Sie haben entweder selber negative Erfahrungen mit der Kirche gemacht oder schließen sich der Meinung anderer an und sind deshalb gegen die Kirche eingestellt. Er schreibt dann auch, dass man mit solchen Menschen ganz anders reden muss, als mit solchen, die noch nie Christsein kennengelernt haben.

Tja, während des Lesens fiel mir auf, dass das für Amerika vielleicht etwas Neues sein mag – zumindest war es für ihn ganz neu. Für Europa bzw. Deutschland ist das mehr oder weniger der Normalzustand. Viele haben hier eine negative Grundeinstellung der Kirche, dem Christentum gegenüber (sie wissen zwar oft nicht, was Christsein eigentlich heißt, sind aber trotzdem dagegen), in der festen Überzeugung, sie seien nun weiter und haben das (naive/veraltete) Christentum hinter sich gelasen.
Auch wenn es mich also wundert, dass er es als etwas Neues sieht, stimme ich ihm voll und ganz zu, dass man mit Menschen einer Postchristlichen Gesellschaft, wie es große Teile Europas nun mal sind, ganz anders reden muss, als mit Menschen, die das Evangelium zum ersten Mal hören und vorher noch keinen Kontakt zum Christentum hatten.

Ganz allgemein würde ich sagen, dass neben den großen Weltreligionen (Islam, Hinduismus, Buddhismus) der Postchristentumismus 😉 die Herausforderung für die Kirche im 21. Jahrhundert sein wird.

Es gibt viel zu tun – beten wir es an.

Markus
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Nur noch 7 Tage

20. Feb 2005

So, die letzte Woche vor dem Praktikum beginnt.
Habe noch einiges vor die Woche – muss unter anderem noch an zwei Tagen arbeiten und noch ein paar Sachen für den Feierabend erledigen.
Außerdem will ich die Sachen für meine ST-Pro-Arbeit soweit vorbereiten, dass ich dann in Breslau „nur“ noch schreiben muss. Werde wohl etliches dafür kopieren müssen.
Schließlich möchte ich noch gute Literatur für meinen Vortrag am BST finden. Dann muss ich weniger auf Englisch oder Polnisch lesen 😉

Jetzt gehe ich aber schlafen – ist schon spät.

Markus
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Hi Leut’s,

ich weiß zwar, dass die Welt auf diesen Blog nicht unbedingt gewartet hat – aber dennoch will ich’s mal versuchen.
Der Grund: Wegen akuten Zeitmangels hat meine Homepage stark gelitten (hab schon seit Ewigkeiten und noch länger nichts dran gemacht). Doch damit diejenigen, die mal wissen wollen, was ich so grad‘ tue, nicht in die Röhre gucken müssen, habe ich mir gedacht: ich probiere mal aus, ob das mit den Blog so gut ist, wie alle behaupten.

Deshalb will ich’s zunächst für die Zeit des Praktikums in Breslau versuchen, ob’s und wie’s klappt. Wenn’s dann gut läuft, werde ich weitermachen – spätestens aber im Sommer, wenn ich für 8 Wochen in den Staaten bin.

Also – ich versuche mich im Schreiben – und ihr meldet euch, wenn’s bloß Käse ist.

Markus
P.S. … und außerdem kann ich wohl nicht schlechter sein als meine Brüder, oder?
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